Diana Lang www.dianalang.de
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Konservieren der Heilkräuter

Warum Haltbarmachen sinnvoll ist

Es erreichen mich sehr viele Fragen zum Thema Heilkräuter- Rezepte. Ihr wollt wissen, was ich denn jetzt aus den vorgeschlagenen, gesammelten Pflanzen mache bzw. warum ich immer wieder „nur“ empfehle, ein Tinkturen-, Salz- oder Essigansatz aus den gesammelten Pflanzenteilen herzustellen. Oder sie einfach „nur“ trocknen zu lassen. Warum ich dies erstmal nur empfehle,  hat einen ganz einfachen Grund. Diese Ansätze konservieren die Heilstoffe der Pflanze und somit könnt Ihr das ganze Jahr über von diesen erstmal haltbar gemachten Schätzen zehren. Für mich ist dies jedes Jahr bereits Routine, doch für die Einsteiger unter Euch, möchte ich hier noch einmal die Vorteile des Konservierens aufzeigen. 

 

verschiedene Knospen und Blüten in Alkohol und Essig haltbar gemacht

Die Zeit des Frühlings ist kurz. Die heilende und kostbare Wirkung der Knospen und Blüten einzufangen dauert 4-8 Wochen. In meiner Frühjahrs- Spezial- Reihe versuche ich die am meisten bekannten Baum und Strauchsorten vorzustellen um die zarten Blätter, Blüten und Knospen in dieser Saison zu sammeln. Hier haben Sie nun mal die größte Heilkraft.

gelb: Weidenknospen, pink: Haselnussknospen,blau Zwetschgenblütenknospen, grün:Eichenknospen, Sterne von links nach rechts: Walnussknospen, Ahornsknospen, Buchenknospen
Salat mit frischen Löwenzahnknospen, Kirschblüten und Blättern, Ahornblütenknospen

Salz, Essig, Alkohol oder Trocknen konservieren die Inhaltsstoffe. Und da die Zeit so knapp ist, gebe ich den Tipp, erstmal zu sammeln und haltbar zu machen. Später im Jahr könnt Ihr Euch dann über Rezepte freuen.

Natürlich gibt es auch andere Konservierungsmöglichkeiten. Die ich aber äußerst selten bis gar nicht praktizierem, da sie nicht lange haltbar sind.. Hier einige Beispiele:

Honig: Knospen in Honig gelegt, ergeben eine schöne gesunde Abwechslung. Haltbarkeit ca. 6 Monate.

Öl: Frische Knospen enthalten noch Feuchtigkeit, sie vertragen sich nicht mit dem Öl und schimmeln bald, deshalb bin ich von dieser Methode abgekommen. Haltbarkeit: 4-8 Wochen

Wein/Met: Bietet auch eine schöne Abwechslung ist aber auch nur begrenzt haltbar (ca. 4 Wochen), außer man kocht den Wein mit den Pflanzenteilen auf. Hier bin ich kein Fan davon, da zu hohe Temperaturen die Heilkraft der Kräuter verloren gehen (Ausnahme: Rindenauszüge von Bäumen )

Wasserauszüge: Frische Pflanzenteile energetisieren und beleben das Trinkwasser. Dies kann natürlich im Frühjahr täglich frisch angesetzt werden wenn es frische Pflanzen gibt. Haltbarkeit 1 Tag.

Es gibt noch viele weitere Verwendungsmöglichkeiten: Sole- Tinkturen, Oxymel, Verreibungen der Pflanze mit Asche, Erde oder Auszüge für Homöopathische Verreibungen oder Blachblüten- bzw. Gemmotherapie. Verwendungen wie diese, sind nicht sehr weit verbreitet, deshalb stelle ich diese nicht auf meiner Homepage vor. Falls Ihr Fragen habt dazu, einfach mein Kontaktformular nutzen. 

 

              Grundsätzliches zum Thema Tinkturen:

  • Verwendet wird ein handelsüblicher Korn oder Wodka (geschmacksneutral). Es kann genauso gut auch ein hochprozentiger Alkohol aus der Apotheke verwendet werden. Das muss aber nicht unbedingt sein.
  • 1 Teil frisch gepflückter Pflanzenteile wird mit 2 Teilen Alkohol in ein Schraubglas gegeben und ca. 6-8 Wochen ausgezogen. Der Alkohol entzieht der Pflanze die Heilstoffe und konserviert sie
  • Nach dem Abfiltern der Pflanzenteile die fertige Tinktur in dunklen Gläsern aufbewahren, kühl  und trocken Lagern
  • Haltbarkeit unbegrenzt
  • Verwendungsmöglichkeiten: Kosmetikartikel wie Salben, Cremes, Deo, After Shave…

 Tropfenweise Einnahme bei Krankheiten in Wasser oder auf Zucker

 Wickel, Kompressen, Einreibungen und Auflagen für das jeweilige Einsatzgebiet der Heilpflanze,  

 Herstellen von medizinischen, alkoholischen Getränken (Liköre & Ansatzschnäpse)

von li nach re: Buche, Weide, Birke, Haselnussknospen in Alkohol (Tinktur ansetzen)

Grundsätzliches zum Thema Essig:

 

  • Verwendet wird ein handelsüblicher Essig der auch sonst gerne verspeist werden möchte. Ich verwende für Kräuter- und Blütenessig einen milden Bioapfelessig. Andere Essigspezialitäten (mein Liebling ist Himbeeressig) mische ich nicht mit Pflanzenteilen.. ist einfach mein persönlicher Geschmack.
  • 1 Teil frische Pflanzen wird mit 3 Teilen Essig aufgegossen und stehengelassen. Hier gibt es kein anderes „Rezept“. Die Pflanzen können in der Flasche verbleiben oder nach ein paar Tagen oder sogar Wochen abgegossen werden. Wer es hübsch findet lässt die Pflanzen oder Blüten einfach in der Flasche.
  • Haltbarkeit fast unbegrenzt (mind. solange wie das MHD des Essigs)
  • Verwendung: In der Küche ist ein Blüten- oder Kräuteressig anwendbar wie jeder andere Essig auch.

Kosmetikartikel wie Gesichtswasser, Shampoo, Spülungen, Haarwasser ect …                   

Wickel, Kompressen, Einreibungen und Auflagen für jeweilige Beschwerden

Sommerliche Erfrischungsgetränke mit einem Schuss Essig wirken durstlöschend und ist gesund

Essig ist alleine für sich schon ein großes Naturheilmittel. Die geniale Apfelessigkur habe ich bereits hier beschrieben.

  • In schönen Flaschen eignet sich das Blüten- oder Kräuteressig hervorragend als Geschenk     
Apfelessigansatz mit Blütenknospen von Kirsche und Apfelblüten und Gänseblümchen und Löwenzahnknospen

                Grundsätzliches zum Thema Kräutersalz:

  • Verwendet wird ein hochwertiges, naturreines, chemisch unbehandeltes Salz. Solche Salze findet man im Biomarkt oder Reformhaus. Der große gesundheitliche Unterschied zu billigem Salz habe ich hier schon beschrieben.  
  • Ich verwende meistens Pflanzen und Salz im Mischungsverhältnis 1:1. Beim Bärlauchsalz war es sogar mehr Bärlauch wie Salz. Die Pflanzenteile können entweder vorher 3 Tage getrocknet werden und dann mit dem Salz vermischt (Mörser, Mixer) werden oder man vermischt gleich beide Teile miteinander. Hier ist es von Vorteil das frisch gemischte Kräutersalz danach ebenfalls 2-3 Tage trocknen zu lassen, da die Feuchtigkeit in den Pflanzen das Salz etwas klumpig macht. Ich bevorzuge die zweite beschriebene Methode (wie beim Bärlauchsalz bereits erklärt).
  • Haltbarkeit unbegrenzt
  • Verwendung: In der Küche wie jedes gewöhnliche Salz. Ich liebe es, Kräutersalz über rohes Gemüse mit Quark oder Hüttenkäse zu streuen.

 

         

Bärlauchsalz
Kräutersalz aus verschiedenen Knospen

Grundsätzliches zum Thema „Trocknen“:

  • Getrocknete Pflanzen kennen wir alle, meist in Form von Tee. Die Pflanzenteile werden luftig ausgebreitet und je nach Feuchtigkeitsgehalt 3-4 Tage an einem warmen dunklen Ort getrocknet. Erst wenn sie knistern und völlig durchgetrocknet sind werden sie in Behälter abgefüllt. Meistens werden Weißblechdosen verwendet. Ich nehme aber auch schon mal Papiertüten zum Lagern oder Schraubgläser. Große Mengen, die ich zB für einen Badezusatz verwende, landen auch in einem Schuhkarton. Plastik vermeide ich. Lagerort oder Gefäße sollten licht- und feuchtigkeitsgeschützt sein.  
  • Die Pflanzenteile werden getrocknet und erst später vor Benutzung zerkleinert, da sie frisch zerkleinert wertvolle Heilstoffe verlieren würden. Ausnahme sind Pflanzen die mit Stängel getrocknet werden. Sie können zu lockeren Bündeln gebunden, kopfüber gehängt werden und später nach dem Trocknen streicht man die Blätter von den Stängeln und bewahrt die Blätter auf (zB Pfefferminze, Solidago, Schafgarbe usw..)
  • Haltbarkeit: bis zu einem Jahr (natürlich auch länger aber mit Heilkraftverlust der Pflanze)
  • Verwendung: Tee, Kaltauszüge und zu allen Anwendungen in denen im Moment keine frische Pflanzenteile zur Verfügung stehen.  Hier stellt man dann aus den getrockneten Zutaten zuerst wieder Auszüge her (aus Tee, Alkohol, Öl oder wieder Essig..) zum Verarbeiten zu  Kosmetikartikel wie Salben, Cremes, Deo, After Shave… Wickel, Kompressen, Einreibungen und Auflagen für jeweilige Beschwerden oder Herstellen von medizinischen, alkoholischen Getränken (Liköre & Ansatzschnäpse)
zum Trocknen vorbereitete Knospen

Ich hoffe, ich konnte Euch ermutigen Euch bekannte Pflanzen jetzt im Frühjahr zu sammeln und entweder frisch zu verzehren oder sie Haltbar zu machen um später im Jahr bei Bedarf verschiedene Rezepte auszuprobieren. Lasst Euch überraschen von der Vielfalt der späteren Einsatzmöglichkeiten!

Bleibt gesund und munter !

 

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